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Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Anworten

Warum muss die Versorgung von L- auf H-Gas umgestellt werden?

In Deutschland wurden Haushalte und Unternehmen bisher mit zwei Gasarten versorgt, nämlich mit L- und H-Gas. Die L-Gas-Vorkommen stammen aus Deutschland und den Niederlanden und gehen kontinuierlich zurück. Ab Oktober 2029 werden die Niederlande nach aktuellem Stand kein L-Gas mehr nach Deutschland exportieren. Deshalb müssen bis dahin alle Regionen, die bisher mit L-Gas versorgt wurden, schrittweise auf H-Gas umgestellt werden. H-Gas kommt unter anderem aus Ländern wie Norwegen, Dänemark, Großbritannien und Russland. Die dort vorhandenen H-Gas-Reserven garantieren eine verlässliche Gasversorgung für das gesamte Bundesgebiet.

Was ist L- und was ist H-Gas?

Die beiden Gasarten unterscheiden sich bezüglich ihrer chemischen Zusammensetzung und ihres Brennwerts. L-Gas (aus dem Englischen für "low calorific gas") ist Erdgas mit einem niedrigen Brennwert und einem Methananteil von 79,8 bis 87 Volumenprozent. Es enthält zusätzlich mehr Stickstoff und Kohlendioxid als H-Gas. H-Gas (aus dem Englischen für "high calorific gas") hat einen etwa 20 Prozent höheren Brennwert und einen Methananteil zwischen 87 und 99,1 Volumenprozent. Die Anteile von Stickstoff und Kohlendioxid sind dementsprechend geringer als beim L-Gas.

Welche Regionen sind von der Umstellung betroffen?

Betroffen sind alle Regionen, in denen zurzeit noch L-Gas verbraucht wird. Das sind vorwiegend der Norden und Westen Deutschlands mit den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Hessen. Meist ist nicht das gesamte Bundesland betroffen, sondern nur bestimmte Städte, Landkreise oder sogar auch nur bestimmte Stadtteile.

Was bedeutet die Umstellung für mich als Gaskunden?

Jeder Kunde mit einem Gasgerät – egal, von welchem Gasanbieter er beliefert wird – ist von der Umstellung betroffen. Denn abgesehen von der komplexen technischen Umstellung des Netzes müssen zusätzlich alle Gasverbrauchsgeräte wie Gasherde, Gasheizungen und Gasthermen sowie alle Gewerbe- und Industrieanlagen fachgerecht erhoben und angepasst werden. Zusätzlich werden diese Arbeiten in circa zehn Prozent der Fälle durch eine unabhängige Fachfirma kontrolliert, um die Qualität der durchgeführten Arbeiten zu gewährleisten.

Warum muss mein Gerät auf H-Gas angepasst werden?

Jedes Gasgerät wird bei der Installation von Ihrem Installateur auf die jeweilige Gasart eingestellt, um einen sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten. Wird die Gasart umgestellt, muss auch das Gerät angepasst werden. Geschieht dies nicht, können die Gasgeräte Schaden nehmen, darüber hinaus können der Betriebsort oder sogar das Leben des Anlagenbetreibers gefährdet sein.

Als Netzbetreiber sind wir für die Sicherheit der Netze und der angeschlossenen Verbrauchsgeräte – und damit unserer Kunden – verantwortlich. Um die Sicherheit in der Gasversorgung und beim Betrieb Ihrer Gasgeräte gewährleisten zu können, sind wir daher zur Anpassung Ihrer Gasgeräte verpflichtet. Ohne die Anpassung Ihrer Gasgeräte wären wir gezwungen, Ihren Gasanschluss zu sperren, um die Sicherheit weiterhin gewährleisten zu können.

Wann muss auf H-Gas umgestellt werden?

Den genauen Zeitplan, welches Netzgebiet zu welchem Zeitpunkt von der Umstellung betroffen ist, schreibt der sogenannte Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas) vor. Dieser wird von den Fernleitungsnetzbetreibern unter Beteiligung der Bundesnetzagentur aufgestellt und mit den Verteilnetzbetreibern abgestimmt. Gemäß dieser Planung haben wir in unserer Region im April 2018 der Erhebung der Gasverbrauchsgeräte im Netzgebiet Kierspe begonnen, welches im Mai 2022 von der Erdgasumstellung betroffen ist. Ab Januar 2022 folgt dann in Kierspe die eigentliche Anpassung der Gasgeräte auf H-Gas.

Die restlichen ENERVIE L-Gas-Netzgebiete sind im Jahr 2023 von der Erdgasumstellung betroffen. Dabei wird die Gasversorgung voraussichtlich in zwei Teilschritten zwischen Ende April und Anfang August 2023 umgestellt.

Wer ist für die Erdgasumstellung verantwortlich?

Verantwortlich für die reibungslose Erdgasumstellung in Altena, Hagen-Hohenlimburg und Hagen-Dahl sowie in Kierspe, Lüdenscheid und Schalksmühle sind wir als Gasnetzbetreiber. Da dies eine große, aber zeitlich begrenzte Aufgabe ist, die wir mit unserem eigenen Personal allein nicht bewältigen können, haben wir zertifizierte Fachunternehmen mit der Erhebung und Anpassung Ihrer Gasgeräte beauftragt. Die Gaslieferanten, zum Beispiel Mark-E, die Stadtwerke Lüdenscheid oder die Stadtwerke Kierspe, sind zwar unsere Partner, haben jedoch mit der Erdgasumstellung selbst nichts zu tun.

Wie erfolgt die Anpassung meiner Gasgeräte?

Die Arbeiten erfolgen in zwei Schritten mit einem Zeitabstand von einigen Monaten. Beim ersten Termin erfasst ein Mitarbeiter unserer qualifizierten Partnerunternehmen all Ihre Gasgeräte; beim zweiten Termin erfolgt dann die technische Anpassung Ihrer Geräte auf die neue Gasart. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen wird jeweils nach der Erhebung oder Anpassung ihrer Gasgeräte noch ein Termin zur Qualitätskontrolle durch ein weiteres unabhängiges Unternehmen notwendig sein. Denn wir von ENERVIE Vernetzt wollen ganz sicher sein, dass alle Arbeiten zur Erhebung und Anpassung durch die Partnerfirmen unseren hohen Qualitätsstandards entsprechen und damit auch zu Ihrer vollsten Zufriedenheit ausgeführt wurden.

Was genau passiert bei der Erhebung?

Bei der Erhebung wird zunächst der Datenbestand überprüft, also geklärt, ob die Zählernummer, der Ansprechpartner vor Ort und der Anschlussnehmer korrekt sind. Anschließend werden die Leitungen, die Aufstellungen und die Installationen auf Mängel überprüft. Danach findet die eigentliche Erfassung des Gerätes statt, bei der die Daten zum Gasverbrauchsgerät aufgenommen sowie eine Funktionsprüfung und Abgasmessung durchgeführt werden. Abschließend wird Ihr Gasgerät mit einem Aufkleber versehen, welcher die erfolgreiche Erhebung bestätigt. Das Ganze dauert pro Grasverbrauchsgerät etwa 30 Minuten.

Was genau passiert bei der Anpassung?

Bei der Anpassung wird ebenfalls zunächst der Datenbestand überprüft. Danach wird der Zählerstand abgelesen und dokumentiert. Anschließend werden die Leitungen, die Aufstellungen und Installationen erneut auf Mängel überprüft. Nach einer kurzen Überprüfung des Gasgerätes wird die Anpassung anhand der jeweiligen Anpassungsmethode durchgeführt. Anschließend werden erneut eine Funktionsprüfung und eine Abgasmessung durchgeführt sowie ein Aufkleber „Gasgerät angepasst auf Erdgas Gruppe H“ angebracht. Die Dauer hängt sehr stark vom Gerätetyp sowie der Anpassungsmethode ab. Sie sollten im Durchschnitt mit 60 Minuten rechnen.

Können alle meine Gasgeräte einfach angepasst werden oder gibt es Ausnahmen?

In vereinzelten Fällen – beispielsweise bei sehr alten Anlagen – kann es vorkommen, dass eine Anpassung nicht möglich ist. Dies wird aber nur für eine sehr geringe Anzahl von Geräten gelten. Die Quote liegt nach bisherigen Erfahrungen bei unter einem Prozent, da die Gerätehersteller auch für die meisten älteren Anlagen passende Ersatzteile bereitstellen. Geräte, die nicht angepasst werden können, müssen ausgetauscht werden. Wir bieten Ihnen in diesem Fall gern eine kostenfreie Beratung zu Geräten und Fördermöglichkeiten für die Neuanschaffung an.

Was passiert, wenn ein Mangel an meiner Anlage festgestellt wird?

Wenn ein Mangel an Ihrer Anlage festgestellt wird, muss dieser beseitigt werden, da wir nur Gasgeräte anpassen dürfen, wenn die Betriebssicherheit gewährleistet ist. Sie erhalten von uns dazu eine Mängelkarte, die Sie Ihrem Vertragsinstallateur zur Reparatur vorlegen können. So wissen Sie genau, welche Mängel Ihre Anlage aufweist, und Sie können diese zielgerichtet beheben lassen. Auch wenn es Sie zunächst vielleicht nicht erfreuen mag – werden Fehlfunktionen rechtzeitig erkannt und behoben, verlängert sich die Lebensdauer Ihrer Geräte. Lassen Sie die Mängelkarte von Ihrem Installateur abzeichnen und senden Sie diese an uns zurück. Wir melden uns - wenn nötig - dann mit einem neuen Termin bei Ihnen.

Kann der Anpassungsmonteur gleichzeitig eine Wartung an meinem Gerät vornehmen?

Nein, das ist nicht möglich. Die spezialisierten Fachunternehmen sind dafür nicht zuständig. Für die Wartung Ihrer Gasgeräte beauftragen Sie oder Ihr Vermieter wie gewohnt einen Installateur.

Wie erfahre ich von den Terminen?

Keine Sorge, Sie müssen sich um nichts kümmern. Wir schreiben Sie rechtzeitig an und erklären Ihnen noch einmal den Ablauf des anstehenden Schrittes zur Erdgasumstellung. In einem weiteren Schreiben, etwa zwei bis drei Wochen vor dem geplanten Besuch, nennen wir Ihnen einen Termin, zu dem ein Monteur zu Ihnen kommt.

Wurden Sie stichprobenartig für eine Qualitätskontrolle ausgewählt, erhalten Sie ein weiteres Schreiben mit einem geplanten Termin. Die grobe Zeitplanung für die einzelnen Netzgebiete können Sie auch unseren jeweiligen Flyern entnehmen. Bitte betrachten Sie die Termine grundsätzlich als verbindlich.

Hier auf unserer Internetseite halten wir Sie zusätzlich mit den wichtigsten Informationen auf dem Laufenden. Sollen Sie noch persönliche Fragen haben, können Sie uns in einem unserer Erdgasbüros besuchen (bitte Beachten Sie die Öffnungszeiten der jeweiligen Erdgasbüros) oder rufen Sie uns kostenlos an unter 0800. 123 99 50.

Was passiert, wenn ich den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnehmen kann oder verpasst habe?

Sie erhalten für jede unserer Tätigkeiten, die wir bei Ihnen vornehmen müssen, einen Terminvorschlag. Sollten Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, sprechen Sie persönlich einen neuen Termin mit unserem Erdgasbüro ab oder nutzen Sie die angegebenen Kontaktwege auf den Terminanschreiben, um einen neuen Termin für den Besuch zu vereinbaren. Falls Sie bereits im Vorfeld wissen, dass Sie in einem der genannten Zeiträume für längere Zeit abwesend sind, bitten wir vorab um eine Information an unser Erdgasbüro.

Es kann immer einmal passieren, dass man einen Termin vergisst oder aus anderen unvorhersehbaren Gründen nicht wahrnehmen kann. In diesem Fall hinterlässt der beauftragte Monteur eine Nachricht in Ihrem Briefkasten. Darin sind alle Informationen erhalten, wie Sie einen neuen Termin vereinbaren können.

Wir bitten Sie, sich dazu unbedingt mit uns über eine der angegebenen Kontaktmöglichkeiten in Verbindung zu setzen und bitte Sie, den neu vereinbarten Termin zuverlässig einzuhalten.

Wie erkenne ich die Monteure?

Damit Trickbetrüger keine Chance haben, beachten Sie bitte Folgendes. Sie erhalten niemals unangekündigte Besuche von unseren Monteuren. Wir informieren Sie immer vorab mit einem persönlich adressierten Schreiben. Sie erkennen die Mitarbeiter und ihre Fahrzeuge an unserem Zeichen für die Umstellung von L- auf H-Gas zusammen mit unserem Logo sowie den Logos unserer Partner. Außerdem stellen wir Ihnen keine Kosten für Arbeitsstunden oder Material in Rechnung.

Der beauftragte Monteur weist sich zudem mit Mitarbeiterausweis, Lichtbildausweis und Ihrer persönlichen PIN aus. Diese erhalten Sie mit unserem persönlich an Sie adressierten Anschreiben zur Ankündigung unseres Besuchs bei Ihnen.

Und: Wenn Sie dennoch Zweifel haben, rufen Sie bei uns im Erdgasbüro oder in der nächsten Polizeidienststelle an und lassen Sie sich die Richtigkeit des Besuchs bestätigen.

Was passiert, wenn ich den Monteuren den Zutritt verweigere?

Jedes Gasgerät ist auf die jeweilige Gasart eingestellt, um einen sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten. Wird die Gasart umgestellt, muss auch das Gerät angepasst werden. Geschieht dies nicht, können die Gasgeräte Schaden nehmen, kann der Betriebsort oder sogar das Leben des Anlagenbetreibers gefährdet sein. Als Netzbetreiber sind wir für die Sicherheit der Netze und der angeschlossenen Kunden verantwortlich. Um die Sicherheit in der Gasversorgung und beim Betrieb Ihrer Gasgeräte gewährleisten zu können, sind wir zur Anpassung Ihrer Gasgeräte verpflichtet. Ohne die Anpassung Ihrer Gasgeräte wären wir gezwungen, Ihren Gasanschluss zu sperren.

Um die Anpassung also möglichst schnell, effizient und sicher durchführen zu können, erfassen wir vorher alle Gasgeräte, prüfen diese auf Mängel und bestellen Materialien, die wir für die Anpassung Ihrer Gasgeräte benötigen. Daher ist es wichtig, uns Zutritt zu Ihren Geräten zu gewähren. Wenn Sie lediglich einen Termin verpasst haben sollten, zum Beispiel weil Sie über längere Zeit nicht anwesend waren, können Sie uns gern im Erdgasbüro kontaktieren. Wir vereinbaren selbstverständlich einen Termin, zu dem Sie anwesend sein können.

Entstehen für mich Kosten?

Die Erhebung, Anpassung und eventuellen Qualitätskontrollen sind für Sie kostenfrei. Die Kosten tragen wir als Ihr Gasnetzbetreiber. Die den Netzbetreibern entstandenen Kosten für die bundesweite Erdgasumstellung fließen anschließend in die Netzentgelte ein. Die Kosten werden somit später auf alle erdgasversorgten Haushalte und Unternehmen in Deutschland gleichermaßen umgelegt, egal ob diese zuvor L- oder H-Gas bezogen haben. Das ist gesetzlich so geregelt. Diese solidarisch getragenen Kosten der Erdgasumstellung sind dadurch für den Einzelnen so gering, dass sie pro Haushalt kaum ins Gewicht fallen. Sie betragen beispielsweise bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 kWh pro Haushalt maximal zwei bis drei Euro im Hauptumstellungsjahr 2025.

Steigt mein Gaspreis durch die Umstellung?

Nein, Sie zahlen nach der Umstellung nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zwar kostet H-Gas mehr als L-Gas, doch durch den höheren Energiegehalt wird weniger Gas verbraucht und somit gleicht sich der höhere Preis für H-Gas wieder aus. Denn Sie zahlen nicht die Menge des verbrauchten Gases, sondern die darin enthaltene Energiemenge. Um eine korrekte Verbrauchsabrechnung durch die Umstellung zu gewährleisten, lesen wir bei der Anpassung den Zählerstand ab (Zwischenablesung).

Wird die Gasversorgung während der Umstellung unterbrochen?

Nein, die Gasversorgung ist zu keiner Zeit unterbrochen. Die Anpassung Ihrer Geräte wird mit der Umstellung des Erdgasnetzes koordiniert, sodass alle Gasgeräte, die an einer Leitung angeschlossen sind, entsprechend der Anpassungsmethode rechtzeitig angepasst werden. Bei der Umstellung der Gasgeräte wird die Leitung mit H-Gas befüllt und Sie nutzen Ihre Geräte ganz normal weiter.